Rock’n’roll
will never die - zumindestens solange Brian Setzer unter uns weilt.
Der
1959 geborene Amerikaner Brian Setzer ("13")
hat sich mit vollster Leidenschaft der ureigensten Rock'n'Roll-Form
- dem Rockabilly verschrien. Als Frontman der “Stray Cats“ hat er
dies in der erfolgreichsten Rockabilly - Band überhaupt von 1979
bis 1992 praktiziert. Hits wie “Stray Cat Strut“, “Rock this town“
oder “Ubangi Stomp“ gehen einem dabei durch den Kopf und die pomadigen
Haartollen, Lederjacken und Hot Rod Automobile hat man vor Augen.
Aber Setzer hatte bereits nach der
Trennung seiner Rockabilly - Kumpanen Mitte der 90er den nächsten
Spagat geschafft. Mit seinem 17-köpfigen “Brian Setzer Orchestra“
swingte er für uns, während Robbie Williams in "Swing
When You're Winning" noch weibliche Teenagerinnen beglückte
und keinen Bezug zum Swing fand. (Okay, das mit den Teenagern macht
der gute Robbie heute ja immer noch, allerdings sind auch einige
der damaligen Teenagerinnen mittlerweile älter geworden.) Dabei
heimste Setzer auch noch 3 Grammies ein.
Seit seinem in 2001 erschienen Album “Ignition" macht Setzer wieder dreiköpfigen harten und flotten Rockabilly Rock - eben Musik für richtige Männer. Seinen Tribut möchte Setzer jetzt mit seiner neusten Scheibe dem Sun Records Label bekennen und macht den Kniefall vor Elvis und Konsorten. War es nicht das Sun Label, das uns neben Elvis, Jerry Lee Lewis, Johnny Cash u.v.m. brachte?!?
23 Songs werden in authentischem Klang und Instrumentierung gecovert und zeugen von Setzers Liebe zum Detail und dem Rock'n'Roll. Fängt die CD noch etwas schleppend mit der Billy Lee Riley Nummer “Red Hot" an, folgen doch danach einige große und kleine Klassiker des Rockabilly Rock. Das Jerry Lee Lewis Stück “Real Wild Child" hat zwar nicht die Kraft der bekannten Iggy Pop - Version aber durch Setzer erkennt man auch wieder die Klasse der Urfassung. Danach werden einem Hits wie “Blue Suede Shoes", “Get Rhythm" oder “Mona Lisa" auf die Ohren geknallt, so dass man die Herren Presley, Cash oder Mann vergessen mag und Setzer sich das eine ums andere Mal als ausgesprochen virtuoser Gitarrist präsentiert.
Selbst wenn er dabei gerade aufgrund
seinem pedantischen Drang zur Authentizität etwas an der eigenen
Energie seiner beiden vorherigen Platten verliert, zeigt er uns
doch das Rockabilly zeitlos ist und auch im heutigen Pop-Circus
seinen Platz verdient. Im Booklet verspricht uns Setzer bereits
anhand dem Titel “Rockabilly Riot! Vol. 1“ eine Fortsetzung, worauf
wir uns schon jetzt freuen sollten. He got cat class and he got
cat style - yeah!!!
Michael Kompa
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