So manche
Platte liegt sehr lange ungehört herum, doch bei diesem Album
ist es ganz anders. Die Musik lief in den letzten Wochen immer wieder
im Hintergrund und jedes einzelne Stück ist schon fast ein alter
Bekannter. Doch katalogisieren (was ja manchmal gleich bedeutend mit
rezensieren ist) lässt sich das Ganze nur schwer. Auch die von
der Plattenfirma angedeutete Formel “Portugiesischer All-Star-Pop“
greift nicht so recht.
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Rodrigo Leao, der einst die
portugiesische Erfolgsband “Madredeus“ mitgegründet
hat, nannte sein Album “Cinema“. Das ist auch irgendwie
passend, denn zu jedem Stück könnte ein komplett anderer
Film ablaufen. Das Titelstück könnte von Morricone stammen,
das sanft hingehauchte “Deep Blue“ wäre ein phantastischer
Titelsong für den neuen Bond-Film, “Happiness“ wäre
für jedes Musical eine Zierde und manche Stücke erinnern
an eine wilde entfesselte Zirkusvorstellung.
Unterstützung fand Leao bei der brasilianischen Sängerin
Rosa Passos, Beth Gibbons von den “Portishead“ und beim
japanischen Multitalent Ryuichi Sakamoto.
“Cinema“ war in Portugal sehr erfolgreich und wurde dort
als "Original-Soundtrack von unserem Leben", was eine durchaus
brauchbare (aber trotzdem zu kurz greifende) Katalogisierung zu diesem
unglaublich abwechslungsreichen Album ist.
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