"Amerika stopft Affen in die Satelliten
und jagt sie halb lebendig in den Raum,
so etwas kann man heute nur noch Affen bieten,
denn einem Menschen imponiert das kaum.
Lasst die Schimpansen doch in Ruh,
und lernt vor allem eins dazu:
im Weltraum siegt die SU."
Dieses schöne treffende Lied namens "Lasst die Schimpansen doch in Ruh" entstand 1961 in der DDR und geriet nach der US-Mondlandung leider etwas in Vergessenheit. Um so verdienstvoller ist es, dass nun ein gewisser Johann Georg Reißmüller dieses und 19 weitere Beispiele von DDR-Kampf- oder Agitationsliedern am Klavier begleitet von Heribert Klein eingespielt hat. Bei Reißmüller und Klein besteht kein Verdacht, dass sie den Arbeiter- und Bauernstaat wieder aufleben lassen wollen, denn sie sind bzw. waren Mitarbeiter der doch eher dem rechten Spektrum zuzuordnenden "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
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Reißmüller
war dort zunächst als Korrespondent in Belgrad und später als Mit-Herausgeber
tätig. Als Jugendlicher lebte er einige Jahre in der frühen DDR.
Dort kam er natürlich auch mit dem entsprechenden Liedgut in Verbindung.
Als er sich in den Ruhestand begab, schmetterte er auf seiner Abschiedsfete
zur Überraschung, aber auch zum Vergnügen seiner Kollegen einige
DDR-Weisen. Darunter befand sich auch eine kaum bekannte Stasi-Hymne,
die eigenhändig von Markus Wolf gedichtet wurde.
Der Gedanke an eine CD-Veröffentlichung war natürlich naheliegend.
Dank des unironischen eher chansonhaften Gesangs Reißmüllers kann
sich jetzt jeder von der durchaus vorhandenen musikalischen Qualität
(kein Wunder bei Komponisten wie Hanns Eisler, Paul Desau oder Schostakowitsch)
dieser textlich manchmal erschreckend naiven ("Stalin, Freund,
Genosse treu und klug") Agitationsversuche überzeugen.
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