Umtriebig
ist und war er schon der Dietmar Schönherr. Der von ihm verkörperte
Commander Cliff Allister McLane aus der leider sehr kurzlebigen Serie
“Raumpatrouille Orion“
hat einen ähnlichen Kultstatus wie Captain Kirk. Schönherrs
soziales Engagement in Nicaragua ist durchaus vergleichbar mit Karlheinz
Böhms “Menschen für Menschen“ und mit den TV-Sendungen
“Wünsch Dir was“ und der ersten deutschen Talkshow
“Je später der Abend“ schrieb er Fernsehgeschichte.
Bleibende
Eindrücke hinterließ er auch noch als Autor (“Sternloser
Himmel“) und Synchronsprecher von James
Dean. Etwas weniger auffällig verliefen Schönherrs
Tätigkeiten als Sänger. Das ist jedoch durchaus erklärbar,
denn weder die von ihm interpretierten Songs (am ehesten vielleicht
noch der Krimischlager “Nacht in Soho“) noch seine Gesangsstimme
sind der Rede wert. Texte wie “Du gingst vorbei und die Sonne
schien helle, Du gingst vorbei und mein Herz schlug schnelle“
vergisst der Hörer schnelle und wirken auch nicht allzu helle.
Doch
wie eigentlich alles was Schönherr jemals anpackte (sei z.
B. auch der jugendliche Liebhaber in “Kohlhiesels
Töchter“) sind auch seine Lieder nie wirklich peinlich,
selbst wenn er in Sprechgesang abgleitet oder den Cowboy markiert.
Wenn dann auch noch ein engagiertes Label wie die “Bear Family“
die Zusammenstellung organisiert und CD ein informatives und bunt
bebildertes Booklet beilegt, ist die ganze Chose problemlos (und
möglicher weise sogar mit Gewinn) als hochinteressante Vergangenheitsbewältigung
zu goutieren.
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