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Unsere türkischen Mitbürger lieben deutsche
Volksmusik. Viele anatolische Künstler haben Titel wie
das "Kufsteinlied" oder den "Hamburger Veermaster" gecovert
oder gleich komplette Alben mit deutscher Folklore eingespielt. Zu einem
gewaltigen Erfolg wurde ein Auftritt von
Maria und Margot Hellwig im Kongresszentrum von Istanbul vor 14.000
Zuschauern.
Das stimmt zwar alles nicht, aber so ähnlich sieht es jedenfalls
mit der Liebe der Afro-Amerikaner zur Country Musik aus. Diese
eigentlich immer etwas reaktionär wirkende Stilrichtung (die immerhin
Platz für einen Johnny Cash hatte) gehört nicht nur den Rednecks
sondern wird von Schwarzamerikanern nicht nur gehört sondern auch
praktiziert. Während es vom schwarzen Country-Star Charley Pride
in den dreißiger Jahren keinerlei Promotionfotos gab, trat James
Brown zur Empörung einiger weißer Zuhörer in dem Country-Heiligtum
Grand Ole Opry auf und weiße US-Countrystars begeisterten bei
Konzerten in Afrika gewaltige Zuschauermengen.
Diese Anthologie enthält 24 Beispiele schwarzer Countrymusik,
wobei "kommerzielle Aspekte" eher nebensächlich waren
und eher Wert auf "Originalität und Soulfulness" gelegt
wurde. Mindestens ebenso spannend wie die Titelauswahl ist das
von Johannes Fischer zusammengestellte Booklet, das neben Biographien
der Künstler auch noch einen hochinteressanten Exkurs zum Thema
enthält.
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