Während
sie mit "Strategies against Architecture III" auf einem
Doppelalbum einen Querschnitt durch ihre 15-jährige Bandgeschichte
ablieferten, haben sich die "Einstürzenden
Neubauten" zur selben Zeit auch an zum ersten Mal an einem
kompletten Soundtrack versucht. Bei "Berlin Babylon" von
Hubertus Siegert handelt es sich um eine Dokumentation über die Bauwut
in unserer anscheinend größenwahnsinnig gewordenen Hauptstadt. Collagenartig
reiht Siegert Aufnahmen von Baustellen, Richtfesten und Interviews
mit Tätern und Opfern aneinander.
Eine
ähnlich bunte Mischung liefern dazu auch die "Neubauten".
Als Leitmotiv dient eine powerfulle Melodie namens "Befindlichkeit",
die ein wenig an die experimentelleren frühen "Neubauten"
aber auch an die besseren von John Carpenters Soundtracks erinnert.
Zwischendrin rezitiert Angela Winkler, die Muse des Neuen deutschen
Filmes, ein Gedicht und die Berliner Philharmoniker spielen Ludwig
van Beethovens Symphonie No. 3.
Natürlich
darf Blixa Bargeld auch wieder singen und stellt in "Architektur
ist Geiselname" dann auch treffsicher fest: "Was der Sänger
singt ist was der Sänger singt." In ihren besten Momenten,
von denen diese CD wieder einige enthält, ist auch die Musik der
"Neubauten" Geiselnahme.
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