Der Titel dieser DVD
(und der Cover-Aufdruck "Der beste Jazz-Film des Jahres") täuscht
leicht, denn "Jazz Seen" ist weniger ein Film über Musik sondern sehr
viel mehr ein Porträt des Fotografen William Claxton. Dieser war schon in
seiner Jugend in den dreißiger Jahren vom Jazz fasziniert. Er sammelte
allerdings keine Schallplatten sondern Fotos von Musikern wie Louis Armstrong
oder Ella Fitzgerald ohne jemals im Traum daran zu denken, diese einmal
persönlich zu treffen.
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Doch schon wenige Jahre später lernte
er Duke Ellington kennen und erste Fotos von Musikern in Aktion
entstanden. Claxton wurde schließlich zum Chronisten des Westcoast-Jazz.
Er erregte Aufmerksamkeit indem er für Plattencover die Musiker
an den Strand karrte oder einem wildfremden Taucher eine Trompete
in die Hand drückte. Der Schauspieler Dennis Hopper, der damals
dabei war, fand Claxtons im richtigen Moment aufgenommenen Fotos
oft beeindruckender als die zugehörigen Live-Auftritte.
Julian Benedikt ("Blue Note") hat einen Dokumentarfilm
über William Claxton gedreht, der jetzt auf DVD vorliegt. Manchmal
hat er sich dabei ein wenig zuviel Mühe gegeben, etwa wenn er wichtige
Abschnitte aus Claxtons Leben, etwa wie er seine spätere Frau das
Model Peggy Moffitt kennen lernte, mit Darstellern nachstellte.
Hier hätte es genügt einfach den quirligen Claxton erzählen zu lassen
und dabei noch mehr von seinen Fotos zu zeigen. Doch auf alle Fälle
gelang Benedikt das anregende Porträts eines Menschen, der es zeitlebens
bedauerte, dass er für seine Arbeit klobige Kameras benötigte und
nicht einfach ein Augenzwinkern genügte.
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