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Zur
Person Lou Reed braucht man nicht viel zu sagen. Velvet Underground
sind Legende, mit Andy dem Warhol sind sie herumgezogen und
dem breiten Publikum ist der Walk on the Wild Side als
Mitsinger selbst für den tonal unbegabtesten Suffbruder als einziger
Song bekannt, ohne unbedingt einen Schimmer von dessen grausamen
Background der Gosse erahnen zu müssen.
New
York ist amerikanischer Punk, Underground, ist Lou Reed. Die
Songs beschreiben in einer beeindruckenden Klugheit, textlich auf
einem poetischen Niveau – was sind Songtexte anderes als Gedichte,
Verse, Poesie? – und dabei aufs eindringlichste die hässliche Lebensrealität
einer amerikanischen Städtekultur und deren Unterschicht. Keine
weichen Rindsledersessel. Kein Gucci. Kein Chrom.
Drogen,
Prostitution, Bildungsmisere, Bildungsfatalität. Homosexualität,
HIV…Tod. Die Musik ist von der selben Kraft. Roh, unverblümt
und sehr intensiv. Mit seinem Lieblingsset "you can´t
beat 2 guitars, bass, drum“ entstehen 14 Titel, die in
ihrer Einheit des Sounds und der Attitüde keinerlei Langeweile
aufkommen lassen oder nur annähernd einen Verdacht es könnte
alles gleich klingen bestätigen. Diese Songs sind stark und
eigen. Auf eine direkte, bedrohlich wahrhaftige Art. Die wenig sangliche
Stimme Reeds ergänzt die Musik mit ihrem Sprechgesang wunderbar.
Texte im Booklet. Der Sound und die Produktion sind erstklassig.
Bass, Schlagzeug, Gitarren klingen wie im Zimmer. Kein Effektfirlefanz,
nur Druck. Geistiges Niveau hoch, Talent klasse, professionell hervorragend,
Bodenständigkeit stabil, einfache Wahrheiten.
Sicher
nicht jedermanns Geschmack. Vielleicht ist es Vogelscheiße auf deinem
Kopf, die wir vermeiden möchten und schnell aus dem Leben zu verbannen
suchen, welche hier besungen wird. Aber diese Vogelscheiße gibt
es und auf dieser Platte kannst du sie riechen. Dabei ist sie verdammt
cool zu hören.
bernhard
r.c.faaß www.empyreal.de
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