Eine recht
faszinierende Begegnung hat sich Thea Dorn (Jahrgang 1970) da ausgedacht. Wäre
es nicht möglich, dass Leni Riefenstahl, die Chef-Filmästhetin des Dritten
Reichs, ein letztes großes Filmprojekt plant und der Meinung ist, dass für die
Hauptrolle nur eine Person in Frage kommt. Diese heißt auch noch ausgerechnet
Marlene Dietrich und lebt und Paris. Dort hat sie sich ganz von der
Öffentlichkeit zurückgezogen, da sie "zu Tode fotografiert" wurde.
Ein weiteres Problem ist, dass die Dietrich eine flammende Gegnerin des
Nazi-Regimes war.
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Thea Dorn stellt sich jetzt vor, dass
die Riefenstahl einfach über den Balkon in die Pariser Wohnung der
Dietrich klettert und diese nun überreden will in ihrem Film mitzuspielen.
Aus dieser Ausgangssituation entspinnt sich ein Streitgespräch zwischen
zwei Charakteren wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während
die Dietrich alles dran setzte um zum Traumprodukt männlicher Phantasien
zu werden, versuchte die Riefenstahl den perversen Größenwahn der
Nazi-Ideologie angemessen zu bebildern und wird perverserweise immer
noch gerne zitiert, sei es in der Schlussszene von "Star Wars"
oder in den Rom-Bildern aus "Gladiator".
Thea Dorn lässt die beiden Damen sich nun zunächst ausgiebig angiften.
Doch in ihrer Einschätzung des anderen nicht wirklich starken Geschlechts
entdecken sie auch einige Gemeinsamkeiten. Diese nie stattgefundenen
Begegnung war Grundlage für ein vielgespieltes Theaterstück und
im vorliegenden sehr gut umgesetzten Hörspiel leihen Gisela May
und Gisela Uhlen den beiden Diven ihre markanten Stimmen.
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