1986 waren
die subventionierten Stadttheater noch richtig darum bemüht ihre
gutbetuchten Abonnenten zu erschrecken und die Jugend ins Parkett
zu locken. Der Umtriebigste auf diesem Gebiet war (und ist?) sicherlich
Peter Zadek. Dieser heuerte für seine "Andi"-Inszenierung
die "Einstürzenden Neubauten" als Begleitband an. Er
ließ gleichzeitig aber auch die Ohren der Betrachter schützen
und Ohropax im Publikum verteilen.
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Ganz
im Gegensatz zu Zadeks nicht sonderlich gelungener Bearbeitung des
"Stern"-Tatsachenromans um einen Jugendlichen (Uwe Bohm),
der von einem Zeitungshändler (Heinz Schubert) erschossen wurde,
konnten die Neubauten wirklich beeindrucken. Sie setzten einen Einkaufswagen
unter Strom und als Harfe ein. Dazu hauten sie mit Stahlträgern
und ganz viel Gefühl auf Müllberge.
Die Platten waren leider meist nicht so gelungen, denn ohne die
zugehörige Performance waren die ungewöhnlichen Klänge der Musik
nur die halbe Miete. Dies änderte sich als die Neubauten auch noch
die Melodie entdeckten und 1996 für "Ende Neu" wunderschönen
Stücken wie "Stella Maris" (mit Meret Becker) einspielten.
Ganz an diese Qualität reicht die in die selbe Richtung gehende
neue Scheibe der Neubauten nicht heran, auch wenn sich "Dingsaller"
("dingsallerdingsallerdingsdingsaller") unweigerlich ins
ungeschützte Ohr brennen wird.
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