Ulrich
Tukur ("Wunderbar, dabei zu sein")
arbeitet ganz offensichtlich daran sein Repertoire zu erweitern. Zwar
liefert er auch auf "Morphium" gemeinsam mit den Rhythmus
Boys immer noch lustvolle (aber auch eigenwillige) Neuinterpretationen
von Klassikern wie "Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da"
(1938), "Kauf Dir einen bunten Luftballon" (1944) oder dem
Schlager "Traummusik" (1940), der auch schon Titelsong seiner
Musikrevue "Blaubarts Orchester" war. Hierbei hat der Zuhörer
jedoch nie das Gefühl einer bloßen Spaßband wie etwa Max Raabe und
seinem Palastorchester zu lauschen.
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Zum
Auftakt des Albums erklingt jedoch ein Instrumentalstück namens
"Morphium" aus den 20er Jahren, das eine deutlich düstere
Stimmung mit Anklängen an die Lautmalerei eines Tom Waits aufweist.
In die selbe Kerbe haut das französischsprachige Stück "Opium".
Die melancholischen Lieder "Kein Weg zurück" und "Roter
Mond" sind Eigenkompositionen von Tukur und fügen sich nahtlos
ins Gesamtgefüge.
Am ungewöhnlichsten ist dann jedoch der Abschluss der CD. Hierbei
handelt es sich um eine Liveaufnahme des unverwüstlichen Klassiker
"La Paloma", die zugleich auch eine instrumentale Hommage
an die Geräuschkulisse des Hamburger Hafens ist. Insgesamt eine
mehr als gelungene ja wirklich berauschende Mischung aus bewährten
Tukur-Elementen und spannenden experimentellen Zusätzen.
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